Nachgerechnet: EU-Weinmarkt in schwierigen Zeiten

Daten zum Weinmarkt der Europäischen Union belegen einen Konsumrückgang von Wein.

Die Fachgruppe Wein der Brüsseler Dachorganisation Copa-Cogeca tagte zuletzt im Juli. Dort war u.a. der Weinmarkt der Europäischen Union ein Thema, zu dem neue Daten vorgestellt wurden, die sich auf den Betrachtungszeitraum der jüngsten fünf Weinwirtschaftsjahre beziehen (WWJ: August bis Juli).

In der Zeitspanne zwischen 2015/16 bis 2019/20 hat sich der Umfang der EU-Rebfläche nicht verändert. Dieser liegt nach wie vor bei 3,2 Mio. Hektar. Für das gerade abgeschlossene Weinwirtschaftsjahr 2019/2020 liegen derzeit nur vorläufige Daten vor. Die Angaben hierzu gehen von einem durchschnittlichen Ertrag von 49 Tonnen Trauben pro Hektar Rebfläche aus, was umgerechnet 37 Hektoliter pro Hektar Traubenmost entspricht. Die Weinerzeugung fällt nach vorläufiger Berechnung mit einem Volumen von 157 Mio. Hektoliter kleiner als üblich aus. Gegenüber dem Vorjahr entspricht der Mengenrückgang 14 Prozent, gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt einem Minus von 3 Prozent. Vor allem Spätfrost, Hagel, Trockenheit und Extremhitze haben in vielen EU-Ländern im vergangenen Jahr ihre Spuren hinterlassen.

Beim Weinkonsum wird mit deutlichen Einbußen gerechnet. Das Niveau von 108 Mio. Hektoliter entspricht einem Rückgang von 6,6 Prozent, wozu die ersten Auswirkungen der Corona- Pandemie im Jahr 2020 mit beigetragen haben dürften.

Derzeit konsumiert jeder statistische EU-Bürger rund 24,1 Liter pro Jahr.

Im Weinaußenhandel der EU ist für das vergangene Wirtschaftsjahr mit einem Rückgang von 8 Prozent bei den Importen und 7 Prozent bei den Exporten zu rechnen.