DWV-Mitgliederversammlung: Henning Seibert ins DWV-Präsidium gewählt

Herkunftsprofilierung und Insektenschutz sind Themenschwerpunkte des DWV im Jahr 2020

Bonn/Stuttgart Im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung haben die Mitglieder des Deutschen Weinbauverbandes e.V. (DWV) am heutigen Donnerstag im Internationalen Congress Center der Messe Stuttgart Henning Seibert ohne Gegenstimme zum DWV-Vizepräsidenten gewählt. Der Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer der Moselland e.G. Winzergenossenschaft tritt damit die Nachfolge von Dieter Weidmann an, der das Amt des DWV-Präsidenten Ende Dezember aufgrund seines Eintritts in den Ruhe-stand niedergelegt hatte. Dem Präsidium gehören neben Henning Seibert DWV-Präsident Klaus Schneider sowie die Vizepräsidenten Heinz-Uwe Fetz, Hermann Hohl, Ingo Steitz und Thomas Walz an. „Ich gratuliere Henning Seibert herzlich zu diesem Wahlergebnis und freue mich auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit bei den anstehenden Aufgaben“, so DWV-Präsident Klaus Schneider am Anfang seines Berichts zur Lage, den er aufgrund der Corona-Pandemie dieses Jahr nur auf einer internen Mitgliederversammlung hielt. Der Corona-bedingte Lockdown hat auch den Weinabsatz schwer getroffen, in unterschiedlichem Ausmaß in den einzelnen Absatzkanälen. Angesichts aktueller steigender Infektionszahlen, die wieder schärfere Auflagen nach sich ziehen könnten, warnte Schneider die Branche, zu schnell von einer Erholung des Marktes auszugehen: „Die Krisenmaßnahmen der EU waren leider nicht maßgeschneidert für die deutsche Weinbranche. Insbesondere hat aber auch das entsprechende zusätzliche EU-Budget gefehlt, um marktstabilisierende Maßnahmen in Deutschland zu finanzieren.“ Er werde das Landwirtschaftsministerium an sein Versprechen erinnern, die Marktentwicklung sehr genau zu beobachten, um schnell auf eine eventuelle Verschärfung der Krise zu reagieren. Dass der Unionsbeitrag zu allen Maßnahmen der nationalen Stützungsprogramme auf 70 Prozent aufgestockt wurde, begrüßte Schneider. „Dadurch werden die Begünstigten finanziell entlastet. Der Deutsche Weinbauverband wird auf europäischer Ebene neben anderen Krisenmaßnahmen eine Beibehaltung dieses erhöhten Fördersatzes von 70 Prozent fordern.“ Einen Tag nachdem Bundesministerin Julia Klöckner dem Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Reform des Weingesetzes zum Beschluss vorgelegt und dieses dem Entwurf zugestimmt hatte, betonte Schneider, dass der konsequente Übergang in das neue Herkunftssystem essenziell für den deutschen Weinmarkt sei. „Der DWV-Vorstand hat sich nach langen Diskussionen auf eine gemeinsame Linie für die zukünftigen Bezeichnungen und Kriterien der Herkunfts-stufen geeinigt. Der Übergang in das neue System soll dabei durch Übergangsfristen erleichtert werden.“, so Schneider. Für dieses neue System solle nun auch durch die Mitglieder gegenüber der Basis, aber auch der Politik geworben werden. Mit Sorge betrachtet Klaus Schneider dagegen die Entwicklungen im Bereich Weinbau und Umwelt. Im Zusammenhang mit dem gerade dem Kabinett vorgelegten Teil des Insektenschutzgesetzes betonte er die Notwendigkeit einer Folgenabschätzung und mahnte auch eine ausreichende Ursachenforschung an. „Die fortschreitende Urbanisierung und die damit einhergehende Lichtverschmutzung sowie der Flächenverbrauch, sind auch in die Überlegungen miteinbeziehen. Und das Wichtigste: alle eventuellen Anpassungen müssen in der Praxis auch umsetzbar sein und brauchen entsprechende Zeitkorridore! Ich wehre mich entschieden gegen die Entwicklung, alle Umweltleistungen durch Ordnungsrecht zu regeln.“, stellt der DWV-Präsident fest. Er setze weiter auf Freiwilligkeit, insbesondere auch im Bereich der Umweltleistungen, um die die Förderfähigkeit zu erhalten. Schneider forderte weiter eine kontinuierliche Einbindung der landwirtschaftlichen Praxis, des Weinbaus, in die politischen Entscheidungsprozesse. „Wir werden auch weiterhin den intensiven Dia-log mit der Politik suchen und einfordern!“