Den Blick nach vorne richten

Corona, Herkunftsprofilierung und Insektenschutz werden auch 2021 die zentralen Themen unserer

Branche sein

Der Wunsch auf eine baldige Rückkehr zur Normalität war dieses Jahr die zentrale Botschaft vieler – auch meiner eigenen – Weihnachts- und Neujahrsgrüße. Das ist nicht überraschend. Wir blicken auf ein sehr schwieriges Jahr zurück, auf ein Jahr, in dem uns eine Katastrophe von bisher noch nie dagewesenem Ausmaß vor große Herausforderungen gestellt hatte. Die Corona-Pandemie hatte im vergangenen Jahr das politische, wirtschaftliche und auch gesellschaftliche Leben fest im Griff. Wir wollen den Blick aber lieber nach vorne richten. Seit Ende Dezember gibt es durch den Start der Corona-Impfungen in der EU die Perspektive, dass sich - schneller als von vielen erwartet - wieder etwas mehr Normalität in unserem Leben einstellen könnte. Jüngst hat Gesundheitsminister Jens Spahn geäußert, dass er mit einem Impfangebot für alle Bürger im zweiten Quartal rechne. Zu hoffen wäre jedenfalls, dass damit der für die Weinbranche wichtige Absatzkanal der Gastronomie und die zahlreichen Weinfeste- und -veranstaltungen nicht auch 2021 der Krise zum Opfer fallen. Geduld müssen wir trotzdem haben, da die direkten und indirekten Folgen der Krise für viele Wirtschaftszweige auch für den Weinbau nachwirken werden. Wir appellieren daher an die Verantwortlichen in Brüssel und Berlin, weiterhin zu versuchen, die Aus- bzw. Nachwirkungen durch Krisenmaßnahmen abzufedern. Auch wenn sich viele mittlerweile fragen, wie diese noch finanziert werden können! Was steht 2021 auf der Agenda? Die Reform des Weinrechts befindet sich aktuell auf der Zielgeraden. Das Weingesetz hatte bereits Ende letzten Jahres im Bundesrat die letzte Hürde genommen, die Reform der Weinverordnung mit dem Rahmen für eine Herkunftsprofilierung soll Anfang März angenommen werden. Für die Schutzgemeinschaften in den Regionen besteht dann endlich der Rahmen für die Profilierung ihrer eigenen geschützten Ursprungsbezeichnungen. Die Diskussionen hatten in den Regionen bereits im vergangenen Jahr begonnen. Wie üblich gilt auch beim Weinrecht der Grundsatz – nach der Reform ist vor der Reform. Durch die GAP-Reform, deren Verabschiedung im Frühjahr erwartetet wird, ergibt sich ein rechtlicher Anpassungsbedarf auf nationaler Ebene. Der neue Reformprozess wird der Branche die Möglichkeit geben, Themen einzubringen, die in der bisherigen Diskussion über ein neues Weinrecht noch nicht oder zu wenig berücksichtigt wurden. Im Fokus werden auch 2021 wieder die Themen Nachhaltigkeit, Biodiversität und Insektenschutz stehen. Durch die Umsetzung des Aktionsprogramms „Insektenschutz“ drohen rechtliche Veränderungen, die für unsere Branche insbesondere in den Schutzgebieten nicht umsetzbar sind. Hier müssen mit der Politik im Dialog praxistaugliche Lösungen erarbeitet werden. 2021 wird auch in »eigener Sache“ – in der ddw-Redaktion - Veränderungen bringen. In Politik und in der Wirtschaft haben sich mittlerweile Doppelspitzen bewährt. Unterschiedliche Perspektiven und Ideen können somit miteingebracht werden. Der Anspruch auf Diversität und Innovation wird damit bereits auf Führungsebene umgesetzt. Wir werden deshalb künftig im ddw auch wieder mit einer Doppelspitze arbeiten. Jacqueline Kehrer, die bisher die Redaktionsleitung innehatte, wird neben mir ab sofort als Chefredakteurin arbeiten. Ich freue mich, dass wir in diesem neuen Rahmen unsere sehr gute Zusammenarbeit fortsetzen können. Ihnen wünsche ich alles Gute, insbesondere Gesundheit für 2021 und wünsche uns, dass wir alle Herausforderungen in diesem Jahr erfolgreich meistern können.