Wird EU-Weinmarkreform zerredet? DWV bedauert Zeitverzögerung

Der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes Norbert Weber hat auf der heutigen Sitzung der Fachgruppe Wein des Europäischen Dachverbandes für Landwirtschaft und Agrargenossenschaften COPA-COGECA davor gewarnt, die notwendige Reform der Gemeinsamen Marktorganisation für Wein immer weiter zu verschieben und mehr und mehr zu zerreden. Ursprünglich hatte die EU-Kommission angekündigt, ihre konkreten Änderungsvorschläge im Dezember 2006 vorzulegen. Jetzt wird von Sommer oder Herbst 2007 gesprochen.

Der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes Norbert Weber hat auf der heutigen Sitzung der Fachgruppe Wein des Europäischen Dachverbandes für Landwirtschaft und Agrargenossenschaften COPA-COGECA davor gewarnt, die notwendige Reform der Gemeinsamen Marktorganisation für Wein immer weiter zu verschieben und mehr und mehr zu zerreden. Ursprünglich hatte die EU-Kommission angekündigt, ihre konkreten Änderungsvorschläge im Dezember 2006 vorzulegen. Jetzt wird von Sommer oder Herbst 2007 gesprochen.

 „Währendessen verschlechtert sich die Außenhandelsbilanz der europäischen Weinwirtschaft immer mehr. Das EU-Weinbudget wird weiterhin für Altlastenbeseitigung von Tafelweinüberschüssen ausgegeben, statt sowohl in die Zukunftsmärkte, als auch in bessere Produktions- und Vermarktungsstrukturen sowie Verbraucherinformation zu investieren!“, beklagt der Deutsche Weinbaupräsident. Hauptziel der Reform muss es nach seiner Auffassung sein, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Weinerzeuger gegenüber den Konkurrenten aus der Neuen Welt zu verbessern. „Dies haben offenbar einige unserer Kollegen aus den südeuropäischen Weinbaugebieten immer noch nicht kapiert, wenn sie weiterhin Gelder für Destillationsmaßnahmen fordern und Nord-Süd-Konflikte in der Europäischen Union durch Attacken auf unsere traditionellen Weinbereitungsmethoden heraufbeschwören. Denn Überschüsse werden nicht durch die Chaptalisierung, sondern durch eine Tafelweinproduktion, für die es keine Nachfrage gibt, provoziert. Ich fürchte, dass die richtigen Reformansätze der Kommission immer mehr zerredet werden, wenn sich die Reformdiskussion weiter verzögert.“

Der Deutsche Weinbauverband tritt dafür ein, dass die 500-700 Mio. Euro, die man jährlich für die Destillation von südeuropäischen Tafelweinen ausgibt, für Struktur- und Marktmaßnahmen, die über einen „nationalen Finanzplan“ zu steuern wären, verwendet werden. Mit diesem neuen Instrument der europäischen Weinmarktorganisation sollen die europäischen Weinbauregionen Programme für eine Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit entwickeln, die zwar in Brüssel genehmigt , aber in der Verantwortung der Mitgliedstaaten und ihrer Weinbauregionen durchgeführt werden sollen.