Wein ist ein Kulturgut und soll es auch in Zukunft bleiben DWV-Generalsekretär stellt aktuelle weinbaupolitische Forderungen auf dem Mosel- Weinbautag vor

„Die deutschen Winzerinnen und Winzer können mit berechtigtem Optimismus in das Jahr 2007 starten.“, stellte der Generalsekretär des Deutschen Weinbauverbandes Dr. Rudolf Nickenig auf dem heutigen Mosel-Weinbautag in Bernkastel-Kues fest. „Die Nachfrage nach deutschen Qualitätserzeugnissen, insbesondere nach Riesling von der Mosel und anderen deutschen Weinbaugebieten, steigt im In- und Ausland. Immer mehr Verbraucher sind überzeugt, dass ein moderater Weingenuss prima zu einer gesunden und modernen Lebensweise passt.“

„Die deutschen Winzerinnen und Winzer können mit berechtigtem Optimismus in das Jahr 2007 starten.“, stellte der Generalsekretär des Deutschen Weinbauverbandes Dr. Rudolf Nickenig auf dem heutigen Mosel-Weinbautag in Bernkastel-Kues fest. „Die Nachfrage nach deutschen Qualitätserzeugnissen, insbesondere nach Riesling von der Mosel und anderen deutschen Weinbaugebieten, steigt im In- und Ausland. Immer mehr Verbraucher sind überzeugt, dass ein moderater Weingenuss prima zu einer gesunden und modernen Lebensweise passt.“

 

Nichtsdestoweniger sind nach Auffassung von Rudolf Nickenig größere gemeinsame Marketing-Anstrengungen der deutschen Weinwirtschaft notwendig, um erfolgreich in einem globalisierten Wein- und Absatzmarkt bestehen zu können. Er wertete es als mutmachendes Signal, dass sich die deutsche Weinwirtschaft in einem schwierigen Umfeld auf eine neue Finanzgrundlage für das deutsche Gemeinschaftsmarketing geeinigt hat. „An einer neuen Kommunikations-Strategie für deutsche Weine, die auch eine effektive Zusammenarbeit zwischen den Gebietsweinwerbungen und dem Deutschen Weininstitut umfasst, wird derzeit engagiert gearbeitet“, berichtete der DWV-Generalsekretär.

Nach seiner Auffassung ist die Änderung des Rechtsrahmens für das Gemeinschaftsmarketing der wichtigste Bestandteil der laufenden Weingesetz-Novellierung, ohne dass er die Umbenennung des Weinbaugebietes „Mosel-Saar-Ruwer“ in „Mosel“ oder andere Detailänderungen unterbewerten möchte.

Kritisch setzte sich der DWV-Generalsekretär mit den Vorschlägen der EU-Kommission zur Reform der Europäischen Weinmarktorganisation auseinander. „Mit der EU-Kommissarin Fischer Boel sind wir uns einig, dass wir eine tiefgreifende Reform des geltenden Rechtsrahmens benötigen. Wir brauchen eine erheblich vernünftigere Verwendung des EU-Budgets für Wein, das bisher für die Destillationen von überschüssigen Tafelweinen in Südeuropa verschwendet wurde. Statt dessen fordern wir Fördermittel für die Verbesserung der Qualität sowie der Produktions- und Vermarktungsstrukturen, für die Erhaltung der Steillagen und der Weinbau-Kulturlandschaften und für mehr Verbraucherinformation.

Wir treten bei der Durchführung der EG-Weinmarktorganisation für mehr Subsidiarität, also für mehr Zuständigkeiten und Verantwortung auf der nationalen und regionalen Ebene ein. Wir erwarten von der EU-Kommission, ihre Kniefälle vor den Drittländern zu beenden und unsere Interessen in den internationalen und bilateralen Verhandlungen engagierter zu vertreten! Hierzu gehört auch die Anerkennung unserer traditionellen Herstellungsmethoden inklusive der Chaptalisierung!“, umriss Rudolf Nickenig wesentliche Eckpunkte für die Reformverhandlungen.

Der Deutsche Weinbauverband erwartet keinen schnellen Abschluss der Reformdiskussion in den Brüsseler Institutionen. Der DWV wird daher seinen 59. Weinbaukongress anlässlich der INTERVITIS INTERFRUCTA vom 22.-26. April 2007 nutzen, um seine Forderungen vor großem Publikum und bei den Besuchen der EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel und Politikern aus mehreren Mitgliedstaatennochmals nachdrücklich vorzutragen. Nickenig forderte die Bundesregierung auf, während ihrer EU-Ratspräsidentschaft nicht in Neutralität zu erstarren, sondern mit Nachdruck die deutschen Weinbauinteressen zu vertreten. Hierzu zähle auch, für ein eigenständiges Weinrecht einzutreten und die Überlegungen der EU-Kommission für eine Integration des Weins in eine einzige landwirtschaftliche Marktorganisation abzulehnen.

Der DWV-Generalsekretär forderte, bei allen notwendigen Marketing-Anstrengungen die Besonderheiten des Kulturgutes Wein nicht aus dem Auge zu verlieren. „Wein war bisher mehr als ein industrielles Getränk, das an jedem beliebigen Standort in technischen Anlagen hergestellt werden kann – und unsere Weingewächse, die wie die traditionsreichen Moselweine mit einer einigartigenHerkunft verbunden sind, müssen sich auch in Zukunft von industriellen Getränken unterscheiden.“ Nach Auffassung von Rudolf Nickenig wird es in Zukunft wieder eine stärkere Differenzierung zwischen Alltagsweinen und besonderen Weinerzeugnissen geben. „Früher waren in vielen Weinbauländern der Welt Alltagsweine mit möglichst wenig Aufwand hergestellt worden und so schmeckten sie auch. In der heutigen Zeit, und erst recht in der Zukunft, werden die Alltagsweine mit perfekter Technologie mundgerecht nach Konsumentenwünschen hergestellt. Davon abheben werden sich immer mehr die speziellen Qualitätsweine, bei uns vor allem auch die Prädikatsweine, aus besonderen Herkünften, mit winzergeprägter, handwerklicher oder traditioneller Herstellung. Individuelle Spezialitäten für die Weinliebhaber, die den Wein als Kulturgut oder i-Tüpfelchen ihres modernen Lebensstils verstehen!“