Wein + Architektur Deutscher Wein im globalen Wettbewerb

Auf dem 3. Symposium „Wein + Architektur“ referierte Dr. Rudolf Nickenig, Generalsekretär des Deutschen Weinbauverbandes, über aktuelle Fragen des Weinmarktes. Er dankte den Initiatoren für die Durchführung dieser Symposien, da sie die Bedeutung der Architektur im Weinbau nicht nur unter dem Blickwinkel der Funktionalität, sondern vor allem im Lichte des Marketings beleuchteten.

Auf dem 3. Symposium „Wein + Architektur“ referierte Dr. Ru­dolf Nickenig, Generalsekretär des Deutschen Weinbauver­bandes, über aktuelle Fragen des Weinmarktes. Er dankte den Initiatoren für die Durchführung dieser Symposien, da sie die Bedeutung der Architektur im Weinbau nicht nur unter dem Blickwinkel der Funktionalität, sondern vor allem im Lichte des Marketings beleuchteten.

 Der DWV-Generalsekretär unterstrich die Bedeutung der The­matik vor dem Hintergrund eines globalisierten Weinmarktes. Nachdem über viele Jahre die Weltrebflächen zurückgingen, ist in den letzten Jahren wieder ein Anstieg der Weinbauflächen auf rund 8 Mio. ha (70er Jahr 10 Mio. ha) festzustellen. Deutschland steht mit seinen rund 100.000 ha an 18. Stelle un­ter den weinproduzierenden Ländern. Noch stärker als die Weltrebfläche wächst wieder die Weinproduktion, u.a. in Folge von Rebflächenerneuerungen in der EU und Neuanlagen in der Neuen Welt. Deutschland steht mit seinen 9 Mio. hl an 8. Stelle der Weltweinproduktion (= 3 %). Trotz erfreulicher Entwicklun­gen des Konsums in einigen Regionen der Welt, klafft die Schere zwischen Produktion und Konsum auseinander. Der Weltweinkonsum liegt bei 230 Mio. hl. Deutschland ist mit seinen 20 Mio. hl der viertgrößte Weinmarkt der Welt. Mit 23 Liter Weinkonsum pro Kopf und Jahr liegen die Deutschen nur im Mittelfeld.

Für die Wettbewerbssituation der deutschen Winzer ist laut Dr. Nickenig die Entwicklung des Weltweinhandels entschei­dend, der sich in den letzten 15 Jahren auf rund 80 Mio. hl ver­doppelt hat. Deutschland liegt bei den Exportländern mit rund 2 Mio. hl an 9. Stelle, während es bei den Importländern mit 13 Mio. hl an erster Stelle steht.

Nach den Ausführungen des DWV-Generalsekretärs gibt es viele Indizien, dass sich der Weinmarkt spaltet. Auf der einen Seite die „Weine des Regals“ – ein Spiegelbild der globalisierten Weinwelt. Auf der anderen Seite „Weine vom Winzer“, authentische Weine „von Handwerkern und Künst­lern“, Ausdruck einer regionalen und lokalen Weinkulturland­schaft.

Um diese Differenzierung zu gestalten, kommt nach Meinung Nickenigs den Themen Wein, Kultur, Tourismus, Architektur immer größere Bedeutung zu. Eine moderne Architektur im Weinbau ist mehr als rationelle Funktionalität, sie schafft Kom­munikation und Transparenz zwischen Winzern und Verbrau­chern.

Mit Blick auf die anstehende Weinmarktreform forderte Nicke­nig, den Verbesserungen der Erfassungs- und Vermarktungs­strukturen, zu denen auch das „produktionsfunktionale und konsumentenorientierteWinzerhaus“ gehöre, mehr Aufmerk­samkeit und mehr finanzielle Mittel zu widmen.

Der DWV-Generalsekretär erinnerte an die Ziele der Deutsch­WeinVision 2020, die Deutschen Wein als Ausdruck einer modernen Viti- und Vinikultur, als Bestandteil einer zeitge­mäßen Genuss- und Ernährungs- sowie Lebenskultur verstan­den wissen will.

Der Deutsche Weinbauverband plant in Zusammenarbeit mit dem Lande Rheinland-Pfalz und der Architektenkammer im Rahmen des 59. Weinbaukongresses und der INTERVITIS INTERFRUCTA 2007 (22.-26. April) eine internationale Tagung „Wein + Architektur“ durchzuführen.