US-Strafzölle – Deutscher Weinbauverband (DWV) und Verband Deutscher Weinexporteure (VDW) begrüßen die vereinbarte Aussetzung

Pressemitteilung vom 8. März 2021

Brüssel/Bonn Am Freitagabend haben sich die Präsidentin der EU-Kommission von der Leyen und US-Präsident Biden darauf verständigt, alle Zölle, die im Zusammenhang mit den Airbus-Boeing-Streitigkeiten verhängt wurden, sowohl auf Flugzeuge als auch auf Nicht-Flugzeug-Produkte, für einen Zeitraum von zunächst vier Monaten auszusetzen.

„Eine gute Nachricht für unsere Branche! Unsere Winzerinnen und Winzer können durch dieses ‚Moratorium‘ endlich aufatmen. Die USA sind nicht nur für EU-Weine, sondern auch für unsere Weine aus deutschen Anbaugebieten mit Abstand der größte Exportmarkt und die Zölle haben verheerende Auswirkungen für uns“, so DWV-Präsident Klaus Schneider. Die von den USA verhängten zusätzlichen Strafzölle in Höhe von 25 % auf EU-Weine haben im letzten Jahr zu einem Einbruch der Exporte insbesondere deutscher Weißweine von ca. 20 % geführt. EU-weit sind die Exporte sogar um 54 % zurückgegangen. Schneider wies auch auf die besondere existenzbedrohende Betroffenheit von einzelnen Betrieben in einzelnen Weinbauregionen hin.

Seit Monaten hat die EU-Kommission mit Unterstützung des EU-Parlaments versucht, eine Lösung auszuhandeln. Eine Koalition von 60 EU-Abgeordneten hatte zuletzt im Januar in einem Brief an die EU-Kommission eine finanzielle Unterstützung für besonders betroffene Sektoren - auch für den Weinsektor - gefordert. Der Vorsitzende des EP-Agrarausschusses, Norbert Lins, hatte versucht, die EU-Kommission auf höchster Ebene für ein Moratorium zu mobilisieren. All diese Bemühungen haben Früchte getragen. VDW-Vorsitzender Gerhard Brauer dankte der Europäischen Kommission für ihre Arbeit und ihr Engagement, die endlich zu einem Aussetzen der Vergeltungsmaßnahmen geführt haben: „Wir hoffen sehr, dass die EU-Kommission und die US-Behörden bald einen Kompromiss finden, um den Streit und die Verhängung dieser Strafzölle endgültig zu beenden. Wir wünschen den EU-Verhandlungsführern viel Glück und danken auch den Abgeordneten für ihre kontinuierliche Unterstützung im vergangenen Jahr".