Reform der EG-Weinmarktordnung Deutscher Weinbauverband (DWV) und Bundesminister Seehofer fordern Neuausrichtung der europäischen Weinbaupolitik

In einem am 27. Juli geführten Gespräch zwischen Weinbau­präsident Weber und Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer stimmten beide überein, dass bei der anstehenden Reform der EG-Weinmarktordnung eine grundlegende Neuausrichtung der europäischen Weinbaupolitik anzustreben ist. Ziel der Weinbaupolitik müsse eine konsequente Qualitäts­politik und verstärkte Marktausrichtung sein, um im wachsen­den globalen Wettbewerb bestehen zu können.

In einem am 27. Juli geführten Gespräch zwischen Weinbau­präsident Weber und Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer stimmten beide überein, dass bei der anstehenden Reform der EG-Weinmarktordnung eine grundlegende Neuausrichtung der europäischen Weinbaupolitik anzustreben ist.

Ziel der Weinbaupolitik müsse eine konsequente Qualitäts­politik und verstärkte Marktausrichtung sein, um im wachsen­den globalen Wettbewerb bestehen zu können. Sehr positiv bewertete Weinbaupräsident Weber die aktuelle Marktsituation für deutsche Weine. So stieg der Marktanteil deutscher Weine im Inland im 1. Halbjahr 2006 um 6,4%. Auch der deutsche Weinexport entwickelt sich seit Jahren positiv. Besonders erfreulich ist hierbei die Entwicklung der Exporte in die USA, die im letzten Jahr mengenmäßig um 20% und wertmäßig sogar um fast 30% zulegten. Hierfür zeichnen insbesondere die in den USA stark nachgefragten Rieslingweine verantwortlich, deren weltgrößter Erzeuger Deutschland ist. Ein weiterer Beleg für die positive Grundstimmung im deutschen Weinbau sind die seit Jahren steigenden Ausbildungszahlen für den Beruf Winzerin/ Winzer.

"Der Erfolg am Markt ist das Ergebnis der konsequenten Qualitätspolitik, den die deutsche Weinwirtschaft seit Jahren beschreitet", so DWV-Präsident Weber. Diesen Weg gelte es auch bei der unter deutscher Präsidentschaft anstehenden Reform der EG-Weinmarktordnung im Jahr 2007 einzuschla­gen.

DWV-Präsident Weber und Bundesminister Seehofer waren sich in der Zielsetzung einig, dass die zur Verfügung stehenden EU - Finanzmittel verstärkt in zukunftsorientierte Maßnahmen wie die Verbesserung der Erzeugungs- und Vermarktungsstruk­turen sowie Absatzförderungsmaßnahmen zu investieren sind. Bislang werden die Gelder noch überwiegend in Interventions­maßnahmen wie die Destillation (Weinvernichtung) zur Besei­tigung der Überschüsse investiert. Ziel der Reform müsse es sein, die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Weine zu steigern und dadurch deren Marktposition in der Gemeinschaft sowie in Drittlandsmärkten zu verbessern.

"Eine nachhaltige Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, in denen sich die Erzeuger am Markt behaupten können; sie kann nicht darin bestehen, dass eine nicht marktgerechte Er­zeugung gestützt wird", so Bundesminister Seehofer.

Ausdrücklich begrüßt wurde von Seehofer der Ansatz der deut­schen Weinwirtschaft, bei der Zulassung neuer Verfahren der Weinbereitung bei den Prädikatsweinen einen besonders strengen Maßstab anzulegen, um so den traditionellen Charak­ter dieser Weinkategorie zu wahren und auszubauen. Bundes­minister Seehofer zeigte sich überzeugt, dass die Wahrung einer traditionellen Weinbereitung, für die die Prädikatsweine wie keine andere Weinkategorie stehen, eine Chance zur Ab­grenzung gegenüber industriellen Methoden der Weinberei­tung, wie sie in bestimmten Drittländern üblich sind, bietet.