Mitgliederversammlung 2011 des Deutschen Weinbauverbandes Generalsekretär des Deutschen Weinbauverban­des Dr. Rudolf Nickenig erstattete Bericht aus Brüssel- SPERRFRIST 25.5.-15.00 Uhr

SPERFFRIST 25.5.2011 15 Uhr Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung des Deut­schen Weinbauverbandes in Berlin griff der DWV-Gene­ral­sekretär in seinem Bericht aus Brüssel folgende Themen auf: Wein in der „Single CMO“, GAP-Reform und Wein, Qualitäts­paket, Verbraucherinformation, Absatzförderung sowie Alkohol­politik. Dabei stellte er zu den einzelnen Punkten nicht nur die Posi­tion des DWV dar, sondern auch die der Dachorgani­sa­tionen in Brüssel wie bspw. COPA-COGECA.

SPERFFRIST 25.5.2011 15 Uhr

Der DWV-Generalsekretär kritisierte in seinem Bericht die Ein­bindung von Wein in die Einheitliche GMO (Single CMO, VO (EG) Nr. 1234/2007): „Verkauft wurde uns dieser Schritt als Entbürokratisierung und Vereinfachung von Rechtsvorschriften. An diesen Hokuspokus glauben heute selbst die Erfinder und Mitläufer nicht mehr.“ Alles sei viel komplizierter geworden und es wäre ein Vergehen am Kulturgut Wein, dieses rechtlich und produktionsmäßig mit anderen agrarindustriellen Erzeugnissen zu uniformieren, so dasvernichtende Urteil Nickenigs.

„Bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik müssen die spe­­zi­fischen Interessen des Weinsektors gewahrt werden und es dürfen keine Beschlüsse mit negativen Auswirkungen auf die Weinbranche gefasst wer­den!“, forderte Nickenig mit Blick auf die GAP-Reform. Ziel ist dabei der Erhalt des Weinbudgets in unveränderter Höhe, um spezifische Stützungsprogramme finanzieren zu können. Die Optimierung des Instrumentariums der nationalen Stützungs­programme (national envelops) solle auf der Grundlage des Berichts der EU-Kommission im Jahre 2012 erarbeitet werden, erläuterte er die Vorgehensweise der Arbeitsgruppe Wein von COPA-Cogeca und damit auch die Haltung des Deutschen Weinbauverbandes.

Des Weiteren bezogNickenig eindeutig Stellung zur Pflanz­rechte­thema­tik, die derzeit vorrangigstes Anliegen der Inter­essen­vertretun­gen in Brüssel ist . Seinem Bericht zu Folge ha­ben AREV und COPA COGECA es begrüßt, dass sich neun Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, auf Initiative der französischen Regierung in einem gemeinsamen Brief an die Kommission gewandt und sich für eine Beibehaltung der Pflanzrechte ausgesprochen haben. Inzwischen wolle auch Spanien die Ini­tiative unterstützen, sagte Nickenig, so dass sich alle großen Weinbauländer Europas für eine Verlängerung über 2015 bzw. 2018 hinaus einsetzten. Nun gingees darum, dar­auf hinzuwirken, dass ein derartiger Beschluss des EU-Mi­ni­ster­rats und des EU-Parlaments unabhängig von den Be­schlüssen zur GAP-Reform und vom Bericht der EU-Kom­mission im Jahr 2012 möglichst noch in diesem Jahr herbei geführt wird. Dadurch wolle die Weinwirtschaft verhindern, dass sich die positiven Effekte der nationalen Stützungsprogramme nicht weiter durch die negativen Spekulationseinflüsse am Bo­denmarkt behindert werden