Gemeinschaftswerbung ist unverzichtbar DWV-Präsident Norbert Weber spricht auf dem Pfälzer Weinbautag

„Das regionale und nationale Gemeinschaftsmarketing ist unverzicht­bar, damit die deutschen Weine im globalen Wettbewerb bestehen können!“, das betonte Norbert Weber, Präsident des Deutschen Weinbauverbandes und Aufsichtsratsvorsitzender des Deutschen Weinfonds, beim Großen Pfälzer Weinbautag in Neustadt.

„Das regionale und nationale Gemeinschaftsmarketing ist unverzicht­bar, damit die deutschen Weine im globalen Wettbewerb bestehen können!“, das betonte Norbert Weber, Präsident des Deutschen Weinbauverbandes und Aufsichtsratsvorsitzender des Deutschen Weinfonds, beim Großen Pfälzer Weinbautag in Neustadt. Die Gesamtheit werblicher Einzelaktivitäten der Betriebe könne we­der die Leistungsstärke noch die öffentliche Wahrnehmung und Wir­kung von schlagkräftigen Gemeinschaftseinrichtungen auf regionaler und nationaler Ebene erreichen. Betriebliches und gemeinschaftli­ches Handeln müsse sich vielmehr synergetisch ergänzen und ver­stärken, sagte Weber.

Er verwies darauf, dass sowohl auf dem heimischen Markt als auch auf den wichtigen Auslandsmärkten die deutschen Erzeuger unter einem erheblichen Wettbewerbsdruck ausländischer Großkonzerne und budgetstarker Gemeinschaftswerbeeinrichtungen, wie die fran­zösische SOPEXA, die italienische ICE oder die spanische ICEX stehe. „Andere Nationen würden sich ins Fäustchen lachen, wenn es keine regionale und nationale Werbeeinrichtungen für deutsche Weine mehr gäbe“, machte Weber deutlich.

Insbesondere wegen der strukturellen Nachteile der deutschen Weinwirtschaft, die sich im Vergleich zu den ausländischen Haupt­konkurrenten aus kleinen und mittelständischen Unternehmen zu­sammensetzt, seien Gemeinschaftseinrichtungen unverzichtbar.

Nur sie können, laut Weber, effiziente Kommunikationsnetzwerke aufbauen.

Mit Blick auf die Klagen und Widersprüche gegen die Solidarabgabe auf regionaler und nationaler Ebene unterstrich Weber, dass die Er­zeugerorganisationen voll und ganz hinter den Werbeeinrichtungen stehen. „Sie sind unverzichtbar!“ Weber begrüßte die erste Entschei­dung des Verwaltungsgerichts Koblenz, die Klage eines Winzers ge­gen die Flächenabgabe zurückzuweisen. „Ich bewerte dies als Rückenstärkung unserer Position.“

Weber bedauerte, dass infolge der Rechtsstreitigkeiten finanzielle Rückstellungen gebildet werden müssen, die den Handlungsspiel­raum der Werbeeinrichtungen erheblich einschränken. „Die Konkur­renz freut sich, unsere Geschäftspartner reagieren mit Verwunderung bis Unverständnis! Schade um das tolle Spektrum an Aktionen, die oft gemeinsam von Gebietsweinwerbungen und DWI ausgerichtet wurden, wie Wein- und Tourismusaktionen, Schulungen von Handel und Gastronomie, Messebeteiligungen, nationale und internationale Pressearbeit, Eventmarketing (Wein-Sensorium, Riesling-Strandbar, Wein-Lounge etc.) resümierte er mit Bedauern.

Weber betonte, dass alle rechtlichen und wirtschaftlichen Gestal­tungsmöglichkeiten für ein Gemeinschaftsmarketing auf regionaler und nationaler Ebene geprüft werden. „Dies ist nicht nur Aufgabe der Einrichtungen und Organisationen der Weinwirtschaft. Auch die Poli­tik steht hier in der Verantwortung!“

Hoher politischer Besuch aus Berlin wird auf dem 60. Weinbaukon­gress und der INTERVITIS INTERFRUCTA, die vom 24. bis 28. März in Stuttgart stattfinden, erwartet. Dort ist der Themenkreis noch weiter gespannt, denn das Motto der Veranstaltung lautet: „Nachhaltigkeit, Qualität, Markt – Impulsgeber für Innovationen“!