EU-Weinmarktreform: Weniger ist mehr! DWV – Präsident Norbert Weber fordert Beschränkung auf notwendige und mehrheitsfähige Änderungen bei der Organisation des europäischen Weinmarktes

„Die EU-Kommission muss doch allmählich erkennen, dass sie mit ihrem Kopf nicht durch die Wand kann!“ stellte der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes (DWV), Norbert Weber, heute zu Beginn seiner Rede im Rahmen des Mainzer Weingipfels fest.

„Die EU-Kommission muss doch allmählich erkennen, dass sie mit ihrem Kopf nicht durch die Wand kann!“ stellte der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes (DWV), Norbert Weber, heute zu Beginn seiner Rede im Rahmen des Mainzer Weingipfels fest.

„Die Beratungen im EU-Ministerrat haben doch ebenso wie die kürzliche Anhörung im Europäischen Parlament gezeigt, dass die EU-Kommission wesentliche Änderungen an ihrem Papier vornehmen muss, wenn eine Reform mehrheitsfähig sein soll.“

Der DWV-Präsident verlangte, die unausgegorenen Vorschläge zum Bezeichnungsrechtaus dem Reformpaket zu nehmen. Gleiches gilt für die vorgesehenen Restriktionen bei den Weinbereitungsverfahren, die schon bei der ersten Aussprache im Ministerrat von siebzehn Ministern abgelehnt worden waren.

Norbert Weber empfahl, die Vorschläge am Richtmaß des Bundesministers zu messen, der gesagt hatte: „Nach einer Reform muss die Situation für uns besser als vorher sein!“

Norbert Weber erneuerte die konkreten Vorschläge des Deutschen Weinbauverbandes, um den richtigen Ansatz des nationalen Finanzrahmens weiter auszubauen und nicht nur Struktur verbessernde Maßnahmen im Weinberg, sondern auch im Keller und in der Vermarktung zu fördern. Bei den Pflanzrechten sah er eine Kompromisslinie, wenn die EU-Kommission die Mitgliedstaaten ausdrücklich ermächtige, ihr Pflanzrechte- und Anbausystem selbst zu regeln.

Weber bezichtigte die Kommission eines „falschen Spiels“, wenn sie einerseits dem europäischen Weinsektor ein unverändertes Budget garantiere, andererseits aber einen mehrere hundert Millionen Euro großen Geldtransfer aus dem Weinbudget in das allgemeine Budget für ländliche Entwicklung vornehme. Diese Gelder gingen für den Sektor weitgehend verloren.

Ebenso bezeichnete er Gelder für Destillationen oder Rodungen als verlorene Mittel im Bestreben, die Konkurrenzfähigkeit am Markt zu verbessern.Starke Kritik meldete er hinsichtlich einer Verlagerung von Regelungskompetenzen vom Ministerrat auf die Kommission an. „Wir haben schlechte Erfahrungen gemacht, wenn die Kommission zu viele Kompetenzen hat!“

Der DWV- Präsident dankte der Landesregierung für die Einladung zum Weingipfel. „Wir sind hier auf dem Mainzer Weingipfel zusammengekommen, um nochmals ein starkes Signal der Einigkeit nach Brüssel zu senden. Bundesregierung, Bundestag, Bundesrat und die gesamte deutsche Weinwirtschaft treten geschlossen auf, um eine Änderung der Reformvorschläge herbeizuführen. Wir wissen uns einig mit vielen Kollegen in benachbarten Ländern Mittel- und Osteuropas. Wir sind dankbar, dass heute viele Vertreter aus diesen Ländern hier sind, um Gemeinsamkeit zu demonstrieren. Wir sind nicht gegen eine Reform, aber gegen diesen Vorschlag, der unsere Situation verschlechtert, statt sie zu verbessern. Hauptziel der Reform muss bleiben, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe in einem globalen Weinmarkt zu stärken!“