Erste Bewertungen zur Weinmarktreform Weinbaupräsident Weber kritisiert Haltung der EU-Kommission und einiger Mitgliedstaaten

Der Deutsche Weinbauverband begrüßt, dass die EU-Agrar­minister sich bei ihren gestrigen Beratungen mehrheitlich für eine tief greifende Reform der geltenden Weinmarktorganisa­tion ausgesprochen haben. Präsident Norbert Weber meinte dazu: „Wenn in Zukunft die EU-Finanzmittel, die bisher vor allem für die Destillation von Tafelwein aus Spanien, Italien und Frankreich ausgegeben wurden, zukünftig in die Verbesserung der Marktstrukturen und für die Verbraucherinformation ein­gesetzt werden, dann sind wir auf dem richtigen Weg!“

Scharf kritisierte Weber die starre Haltung der EU-Kommission und einiger Agrarminister aus dem Süden Europas bei der Be­ratung der Weinbereitungsbedingungen. „Die Forderung, die Saccharose zur Anreicherung zu verbieten ist eine Provokation. Wir haben im Gegensatz zu Südeuropa keine Überschüsse am Markt, wo die Anreicherung mit Traubenmostkonzentrat unnöti­ger Weise subventioniert wird. Auf der einen Seite schlägt die Kommission vor, Weinbereitungsmethoden zu liberalisieren und weinfremde Zusätze zu akzeptieren, auf der anderen Seite will sie ein traditionelles Anreicherungsverfahren verbieten. Völlig unglaubwürdig wird die Kommission, wenn ein bilaterales Han­delsabkommen den USA die Verwendung von Saccharose zu­gesteht!“