DWV-Resolution: Risikomanagement im Weinbau gegenüber Klima- und Witterungseinflüssen

Presseinformation vom 15. Mai 2012

 

 

Der Deutsche Weinbauverband e.V. (DWV) betrachtet mit Sorge die Zunahme von Ernte­gefahren durch Klima- und Witterungseinflüsse, die als Einflüsse des Klimawandels zusam­mengefasst werden. Gerade in jüngster Zeit mussten lokale und regionale Schäden durch Hagel, Starkregen und Frost in großem Ausmaß hingenommen werden.

Der DWV hält daher Vorsorgemaßnahmen für unbedingt erforderlich, um Ernteeinbußen zu vermeiden. Hierzu zählen auch politische Rahmenbedingungen, die die Vorsorge der Betriebe fördern und unterstützen.

Der DWV verweist darauf, dass in anderen Mitgliedstaaten bereits früher eine derartige Förderpolitik von Vorsorgemaßnahmen eingeleitet wurde. Hierzu zählt sowohl die Unter­stützung von Betrieben bei der Zahlung von Versicherungsprämien als auch eine Frei­stellung oder zumindest Besserstellung bei der Versicherungssteuer für Vorsorge­versicherungen in der Landwirtschaft. Auch in der Europäischen Agrarpolitik wird die Unterstützung des Risikomanagements vorgesehen.

Der DWV begrüßt daher, dass bei den Unterstützungsprogrammen für den Weinbau, die in der Marktorganisation (Verordnung Nr. 1234/2007) enthalten sind, eine Förderung der Ernteversicherung bereits vorgesehen ist und auch für die nächste Programmperiode erhalten wird. Die nationalen Regelungen ermöglichen, dass entsprechende Programme in den Weinbau treibenden Ländern aufgelegt werden.

Der DWV kritisiert in diesem Zusammenhang Überlegungen im Bundesfinanzministerium, Mehrgefahrenversicherungen mit einer Versicherungssteuer von 19 Prozent zu belegen. Dies würde alle Bemühungen für Vorsorgemaßnahmen konterkarieren. Der DWV fordert viel­mehr, Mehrgefahrenversicherungen höchstens mit der gleichen Versicherungssteuer zu belegen, die bisher auch für die Hagelversicherung zu bezahlen war.