DWV kritisiert EU-Kommission wegen neuer büro­kratischer Auflagen

Die EU-Kommission will mit ihren Durchführungsbestimmungen zur Weinmarktreform eine spezielle Ausmessung der Rebflä­chen für bestimmte Fördermaßnahmen einführen. Dabei sind die Rebflächen der EU in einem aufwendigen Verfahren in so­genannten Weinbaukatastern der Mitgliedstaaten erfasst.

Die EU-Kommission will mit ihren Durchführungsbestimmungen zur Weinmarktreform eine spezielle Ausmessung der Rebflä­chen für bestimmte Fördermaßnahmen einführen. Dabei sind die Rebflächen der EU in einem aufwendigen Verfahren in so­genannten Weinbaukatastern der Mitgliedstaaten erfasst. Hier­bei werden z. B. auch Böschungen oder Wendeflächen erfasst, die laut der EU-Kommission für Umstrukturierungsmaßnahmen und Rodungsprogramme herausgemessen werden sollen. Alle Weinbauvertreter der EU-Mitgliedstaaten lehnen die Vorschlä­ge der EU-Kommission ab, da sie ihnen enorme bürokratische und finanzielle Belastungen bringen. Der Präsident des Deut­schen Weinbauverbandes, Norbert Weber, kommentiert dieses Vorgehen wie folgt: „Es war ein Fehler, dass die EU-Kom­mission mit der Weinmarktreform mehr Kompetenzen erhalten hat. Sie versucht jetzt über Durchführungsbestimmungen, die in ihrem erweiterten Zuständigkeitsbereich liegen, ihre Vorstellun­gen durchzusetzen, für die sie im Ministerrat keine Mehrheit finden würde. Wir bestehen darauf, dass das bestehende Weinbaukataster die einzige Datenquelle für Rebflächenbe­rechnungen bleibt. Sollte die EU-Kommission Recht haben, dass in einigen südeuropäischen Weinbauländern in der Wein­baukartei zu großzügig nicht bepflanzte Rebflächen erfasst sind, dann sollte dies durch eine präzise Vorschrift für die Er­stellung des Weinbaukatasters bereinigt werden. Es ist absurd, eine neue zusätzliche Regelung einzuführen, nur weil in weni­gen Mitgliedstaaten eine existierende Regelung nicht ordnungs­gemäß angewandt wird!“