Deutsche Kernforderungen bei der EU-Weinmarktreform durchgesetzt Weinbaupräsident Weber spricht auf dem Rheingauer Weinbautag in Kiedrich

Die kürzlich beschlossene Reform der EU-Weinmarktordnung stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Weinbaupräsident Norbert Weber zu aktuellen Themen aus der Weinbaupolitik auf dem Weinbautag des Rheingauer Weinbauverbandes in Kiedrich.

Die kürzlich beschlossene Reform der EU-Weinmarktordnung stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Weinbaupräsident Norbert Weber zu aktuellen Themen aus der Weinbaupolitik auf dem Weinbautag des Rheingauer Weinbauverbandes in Kiedrich.
 „Ich begrüße ausdrücklich, dass es der Bundesregierung gelungen ist, die deutschen Kernforderungen bei den Anpflanzungsrechten und bei den Weinbereitungsverfahren weitgehend durchzusetzen.“, so der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes. „Änderungen im Sinne der von der EU-Kommission vorgelegten Reformvorschläge hätten zu gravierenden Nachteilen für die deutsche Weinwirtschaft geführt und so die Existenz vieler Weinbaubetriebe gefährdet.“
Weber nannte es als unerträglichen Zustand, dass bei einer an sich auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Weinwirtschaft ausgerichteten Reform letztlich alle Hebel mobilisiert werden mussten, um eine Schadensbegrenzung für die deutschen Weinbaubetriebe zu erreichen. In diesem Zusammenhang monierte Weber, dass die Reform seitens der EU-Kommission und der portugiesischen Ratspräsidentschaft ohne Not durchgepeitscht wurde sowie das bis zuletzt sture Festhalten der EU-Kommission an ihren Vorschlägen, obwohl sich die Mitgliedstaaten mit großer Mehrheit gegen diese ausgesprochen hatten. Neben der leichten Absenkung der Anreicherungsspannen kritisierte Weber insbesondere den Umstand, dass die Frage der Saccharoseanreicherung in den Presseveröffentlichungen fälschlicherweise fast ausschließlich als rein deutsches Thema dargestellt wurde, obwohl dieses traditionelle Anreicherungsverfahren in insgesamt 18 EU-Staaten zugelassen ist.
Den nationalen Finanzrahmen mit dem erweiterten Katalog an förderungsfähigen Maßnahmen bezeichnete Weber als einziges Element der Reform, von dem er sich tatsächlich eine Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen der deutschen Weinwirtschaft gegenüber der Konkurrenz aus Drittländern verspricht.

Viele offene Fragen sieht er dagegen noch bei den geänderten bezeichnungsrechtlichen Rahmenbedingungen und den Umstellungen im Qualitäts- und Bezeichnungssystem.
Positiv hob er hervor, dass die Bundesregierung der EU-Kommission die Zusage abgerungen hat, dass sich in der Etikettierung der deutschen Weine nichts ändern wird. Er unterstrich, dass die Absicherung des deutschen Qualitäts- und Bezeichnungssystems von Bund, Ländern und Weinwirtschaft zu den wichtigsten Bedingungen erklärt worden war, um dem Reformpaket überhaupt zustimmen zu können.
Mit Blick auf das bisherige uneinsichtige Verhalten der EU-Kommission gelte es, bei der jetzt anstehenden Abfassung der Rechtstexte höchste Aufmerksamkeit darauf zu richten, dass der Ministerratsbeschluss vom 19. Dezember 2007 auch korrekt umgesetzt werde.
„Wir werden sehr genau verfolgen, ob sich die EU-Kommission an die Vorgaben des Ministerratsbeschlusses hält oder ob sie weiter versuchen wird, ihr eigenes Süppchen zu kochen.“, versprach DWV-Präsident Weber.