Brüsseler Seminar definiert Eckpunkte einer Weinmarktreform

Auf Einladung von EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel dis­kutierten gestern mehr als 100 Vertreter der Weinbranche, der Gastronomie, des Handels, der Wissenschaft und der Verbrau­cher eine Orientierung für eine Reform der Europäischen Weinmarktorganisation. Nach einer ganztägigen Diskussion zog die Kommissarin ein positives Fazit der Veranstaltung. Trotz zunächst anderer Überlegungen innerhalb der Brüsseler Dienstellen will die EU-Kommissarin an einer eigenständigen Weinmarktorganisation festhalten und sie nicht in die allge­meine Landwirtschaftsorganisation integrieren.

Auf Einladung von EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel dis­kutierten gestern mehr als 100 Vertreter der Weinbranche, der Gastronomie, des Handels, der Wissenschaft und der Verbrau­cher eine Orientierung für eine Reform der Europäischen Weinmarktorganisation. Nach einer ganztägigen Diskussion zog die Kommissarin ein positives Fazit der Veranstaltung. Trotz zunächst anderer Überlegungen innerhalb der Brüsseler Dienstellen will die EU-Kommissarin an einer eigenständigen Weinmarktorganisation festhalten und sie nicht in die allge­meine Landwirtschaftsorganisation integrieren. Sie sagte den Teilnehmern zu, dass es ihr nicht darum ginge, die verfügbaren Mittel für Wein zu kürzen, sondern sie sinnvoller einzusetzen. Sie unterstützt die Überlegungen, weniger Mittel für Destilla­tionsmaßnahmen von Tafelwein und statt dessen mehr Mittel für die Verbesserung der Erfassungs- und Vermarktungsstruk­turen sowie die Verbraucherinformation einzusetzen. Frau Fischer Boel forderte den Sektor auf, mit Optimismus Zukunfts­visionen für den europäischen Weinbau zu entwickeln. Sie for­derte Weinbau und Kellereien zur Zusammenarbeit auf, „denn Scheidungen sind teuer“. Die Marktorganisation müsse verein­facht und flexibler werden, mit der Subsidiarität ernst gemacht werden, um wettbewerbsfähiger zu werden. Der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber, zog ebenfalls ein positives Echo: „Die Startveranstaltung macht Hoffnung, dass die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden. Wichtige Eckpunkte des DWV sind in den Schlusserklärungen des Seminars berücksichtigt, wie Umschichtung des EU-Budgets für Strukturmaßnahmen und Verbraucherinformation über die Vorzüge eines moderaten Weinkonsums, Abbau un­nötiger Bürokratie und Übertragung von Verantwortung auf die nationale und regionale Ebene. Das Seminar hat auch deutlich gemacht, dass wir sowohl hinsichtlich der Herstellungs- als auch Bezeichnungsvorschriften die Differenzierung zwischen Tafelweinen und Qualitätsweinen mit Herkunftsangabe schär­fen müssen.“