Brüsseler Bestandsaufnahme nach der diesjährigen Ernte

Am 17.Oktober trafen sich in Brüssel Vertreter aus allen europäischen Weinbauländern, um die aktuelle Marktlage und die aktuellen weinbaupolitischen Fragen zu erörtern.

Von deutscher Seite nahmen der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes (DWV), Norbert Weber, und der Generalsekretär, Dr. Rudolf Nickenig, teil. Nach den jüngsten Markterhebungen ist mit einer kleinen europäischen Weinernte von knapp 150 Millionen Hektolitern zu rechnen; eine Durchschnittsernte liegt zwischen 160 und 165 Millionen Hektolitern. Allerdings ist auch der Konsum an Wein, vor allem in den südeuropäischen Ländern, gesunken, so dass das Ernteergebnis immer noch um über zehn Millionen Hektolitern über dem Weinkonsum im Binnenmarkt liegt. Infolge dessen tritt DWV-Präsident Weber auch übertriebenen Knappheitsmeldungen entgegen: „Unter Berücksichtigung eines positiven Außenhandelssaldo von rund neun Millionen Hektolitern Wein haben wir EU weit betrachtet einen fast ausgeglichenen Markt. Knapper wird es sicherlich bei der Beschaffung von Billigweinen, was einigen Marktteilnehmern Grund zum Klagen bietet. Wer allerdings jetzt zu Produktionsausweitungen oder Produktionssteigerungen aufruft, hat ein sehr kurzes Gedächtnis. Das heutige europäische Produktionspotential (also die europäische Rebfläche) ist groß genug, um mittelfristig die internationalen Absatzmöglichkeiten mit einkommenssichernden Preisen nutzen zu können.“