Aufgaben und Ziele

Satzungsgemäße Aufgaben

Der Deutsche Weinbauverband e.V., kurz dwv, ist die Berufsorganisation der deutschen Winzer.
Verbandszweck ist:

  • die Gesamtinteressen seiner Mitglieder gegenüber internationalen und nationalen Institutionen und Organisationen im In- und Ausland zu vertreten und die beruflichen Belange der deutschen Winzerschaft zu wahren und zu fördern. Dies soll in enger Zusammenarbeit insbesondere mit dem Deutschen Bauernverband und dem Deutschen Raiffeisenverband erfolgen,
  • die Mitgliedsverbände in allen Fachfragen zu beraten und zu unterstützen und ihnen durch ständige Fühlungnahme mit Wissenschaft und Technik die den Weinbau berührenden neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu vermitteln,
  • den Absatz des deutschen Weines nach Kräften zu fördern.
Klare Aufgabenteilung

"Aufgabe der regionalen Organisationen ist es, auf Landesebene die Interessen der Erzeuger zu vertreten. Aufgabe des dwv ist es, die Gesamtinteressen der Erzeuger auf nationaler und internationaler Ebene wahrzunehmen."

Eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Raiffeisenverband und dem Deutschen Bauernverband soll hierbei die Synergieeffekte bei der Vertretung berufsständischer Interessen im Sinne der deutschen Erzeuger stärken.

Der dwv tritt für die konsequente Anwendung des Subsidiaritätsprinzips ein. Im EU-Recht sind daher nur Regelungen zu treffen, die zur Verwirklichung eines EU-Binnenmarktes gemeinschaftlicher Regelung bedürfen.

Internationale Interessenvertretung

Die globale wirtschaftliche Herausforderung rückt immer mehr in das Bewußtsein aller Menschen. Die Welt, auch die Weinwelt, ist dank moderner Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten immer kleiner geworden. Der Welthandel mit Wein ist in den letzten Jahren um ca. 30% auf 70 Millionen Hektoliter gestiegen.

In unserer Branche Wir spüren dies in besonderer Weise, denn Deutschland ist nicht nur ein wichtiger Weinexporteur, sondern auch Weinimporteur Nr. 1 in der Welt.

Bei der fortschreitenden Globalisierung gilt es, auf der internationalen berufsständischen und politischen Bühne die deutschen Interessen zu wahren:

„Durch Mitwirkung in internationalen Organisationen der Weinwirtschaft, z.B. Organisation Internationale de la Vigne et du Vin (0IV), Paris, und International Federation of Wines and Spirits (FIVS), Paris, wird eine direkte Interessenwahrnehmung auf internationaler Ebene gewährleistet."

Weiterhin ist es Aufgabe des dwv, durch bilaterale Kontakte mit berufsständischen Organisationen oder staatlichen Stellen in Drittländern die deutschen Weininteressen weltweit zu vertreten. Dies wird auch durch die Organisation von internationalen Kongressen und Symposien im Rahmen der Intervitis Interfructa wahrgenommen.

Europäische Interessenvertretung

Eine Hauptaufgabe des dwv ist, die Interessen seiner Mitglieder in der Europäischen Union zu vertreten. Hierfür ist eine regelmäßige Kontaktpfiege mit den Organen der Europäischen Union, insbesondere der Kommission, dem Ministerrat, dem Parlament, dem Wirtschafts- und Sozialausschuß (WSA) und dem Ausschuß der Regionen erforderlich. Hierzu zählt auch die Mitgliedschaft im Beratenden Ausschuß für Wein bei der EU-Kommission.

Um auf der europäischen Ebene die Interessen seiner Mitglieder bestmöglich zu vertreten, arbeitet der dwv aktiv in den europäischen Organisationen der Weinwirtschaft, wie beispielsweise in der gemeinsamen Fachgruppe "Wein" von COPA-COGECA und im berufsständischen Fachausschuss (CEPV) der Konferenz der europäischen Weinbauregionen (AREV) mit.

Die europäischen Berufsorganisationen der Weinerzeuger

COPA-COGECA ist die große europäische Organisation der Landwirtschaft und der Agrargenossenschaften. In einer Fachgruppe "Wein" kommen die Erzeugerorganisationen des europäischen Weinbaus und der Winzergenossenschaften zusammen. In einigen europäischen Ländern bestehen keine eigenen weinwirtschaftlichen Organisationen, so dass hier nur Untergruppierungen der landwirtschaftlichen Erzeugerorganisation tätig werden.

Traditionell hat sich die Fachgruppe "Wein" von COPA-COGECA sehr stark um Marktordnungsmaßnahmen gekümmert. Erst in den letzten Jahren hat sich die Gruppe stärker mit Marktfragen, dem Bezeichnungsrecht, dem Steuerrecht sowie dem Thema "Wein und Gesundheit" wurden befasst.

Europäische Konferenz der Weinbauregionen

In den letzten Jahren hat sich eine weitere europäische Organisation zusammengefunden, die sich mit Fragen des europäischen Weinbaus befaßt: die Vereinigung der Europäischen Weinbauregionen bzw. Assemblée des Regions Européennes Vtiticoles, kurz AREV.

Hier ist eine gewisse Parallelität der allgemeinen politischen Bewegungen in Europa mit speziellen Interessen der Weinwirtschaft festzustellen. Je größer die Europäische Union wurde, desto mehr wurde die Notwendigkeit diskutiert, ein Europa der Regionen zu schaffen. Im Maastricht-Vertrag wurde das Subsidiaritätsprinzip festgelegt, d.h., die Verantwortung soweit wie nötig und möglich nach unten zu delegieren. Träger der Vereinigung sind die Regierungen der Regionen, nicht die Weinwirtschaftsorganisationen. Diese werden jedoch von den Regierungen der Regionen in die praktische Arbeit eingebunden.

Die deutschen Weinbaugebiete, die in der Vereinigung der Europäischen Weinbauregionen (AREV) über die Länder mitarbeiten, haben den dwv gebeten, die Koordination zu übernehmen.

Nationale Interessenvertretung

Der dwv hat die Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder auf der nationalen Ebene, insbesondere gegenüber dem Deutschen Bundestag und Bundesrat sowie der Bundesregierung und den nachgeordneten Dienststellen zu koordinieren und zu vertreten.

Auf der nationalen Ebene haben sich die Themenschwerpunkte verschoben. Nachdem immer mehr weinrechtliche Fragen in Brüssel geregelt werden, stehen neben Weingesetz und Durchführungsverordnungen, Fachthemen wie Umweltrecht, Pflanzenschutz, Verpackung, Düngung etc. sowie steuerrechtliche und soziale Fragen im Vordergrund. Im Bereich des Steuer- und Sozialrechtes arbeitet der dwv eng mit dem Deutschen Bauernverband und Deutschen Raiffeisenverband zusammen. Zu den nationalen Aufgaben des dwv gehört auch die enge Kooperation mit dem Deutschen Weinfonds, Deutschen Weininstitut und der Deutschen Weinakademie. Im Sinne der Aufgabenteilung hat der Veband einige Aufgaben der Marktberichterstattung, der Statistik sowie im Bereich Wein und Gesundheit.